Geschichte der Familie

Die im Folgenden wiedergegebene Geschichte der Familie von Richthofen ist dem Genealogischen Handbuch des Adels entnommen:

Richthofen (Prätorius v. Richthofen)

Ev. u. kath. – Die Stammreihe beginnt mit Sebastian Schmidt gen. Faber oder Fabricius, * Koblenz 1515, † 1553, Archidiakon in Bernau (1542-1543), dann Oberpastor an St. Nicolai in Potsdam (seit 1543). Dessen Sohn Samuel Faber, * 1543, † 1605, Stadtrichter, Syndikus u. Bürgermeister zu Frankfurt an der Oder, war seit 1562 Adoptivsohn eines Vetters seiner Mutter, des Kurfürstlich brandenburgischen, Erzbischöflich magdeburgischen u. Bischöflich halberstädtischen Geheimen Kammerrats Paulus Schultze (dann Scultetus, schließlich Praetorius) auf Hönow, Königsborn u. Biederitz, der 1561 einen Kaiserlichen Wappenbrief erhalten hatte. Samuels Sohn Tobias Praetorius, * 1576, † 1644, auf Buschvorwerk bei Schmiedeberg in Schlesien, war Gräflich schaffgotscher Amtshauptmann der Herrschaft Schmie¬deberg. – Böhmischer Ritterstand mit „v. Richthofen“ u. Wappenbesserung Wien 29.7.1661 (für dessen Sohn Johann Prätorius auf Rauske bei Striegau u. Hertwigswaldau bei Jauer); preußische Genehmigung der Rückkehr zum einheitlichen Familiennamen „Richthofen“ durch A.KO. Berlin 30.3.1881 (für die an den Familienstiftungen berechtigten Familienmitglieder, welche sich der Namensform „Richthof“ oder „Richthoffen“ bedienten. – Linie Hertwigswaldau: Böhmischer Freiherrnstand mit Wappenbesserung Wien 30.7.1735 (für Samuel v. Richthofen auf Hertwiswaldau usw.); preußischer Grafenstand als „v. Richthofen-Seichau“ (in Primogenitur geknüpft an den Besitz des Fideikommisses Seichau) durch A.KO. Berlin 16.6., Diplom 24.11.1913 (für Ulrich Freiherrn v. Richthofen auf Seichau, Nieder-Prausnitz u. Haasel, Königlich preußischen Kammerherrn u. Oberstleutnant a.D.). – Linie Kohlhöhe: Preußischer Freiherrnstand als „v. Richthofen“ Breslau 6.11.1741; preußische Wappenmehrung Breslau 8.7.1742 (beides für Samuel Prätorius v. Richthoff auf Kohlhöhe bei Striegau, Rauske usw.); preußische Freiherrnstandsbestätigung Potsdam 9.5.1845 (für Friedrich Prätorius v. Richthofen auf Heinersdorf u. seine Vatersbrüder Ludwig, Philipp u. Oswald); preußischer Grafenstand (primogenitiv aus je adeliger Ehe) Berlin 19.12.1846 (für Friedrich Frhrn v. Richthofen auf Gimmel, Kr. Oels, bzw. [ad pers.] seine Schwestern Luise v. Natzmer, Agnes Gfin v. Lüttichau u. Iris Freiin v. Richthofen, Ehrenstiftsdame zu Heiligengrabe). – Das Geschlecht hielt seit 1867 alle 6 Jahre Familientag aller an den Stiftungen berechtigten männlichen Familienangehörigen ab, seit 1960 jedes zweite Jahr für männliche u. weibliche Familienangehörige. Vorsitzender des Familienverbands: Manfred Freiherr v. Richthofen, Dorfstr. 38 b, 23881 Niendorf an der Stecknitz; Schriftführerin: Julia-Sophie Freifrau v. Richthofen, Am Hengelsberg 2, 49124 Georgsmarienhütte.
Wappen (1661): Gespalten, rechts in Gold auf einem roten Stuhl sitzend ein alter Richter (Prätor), in der Rechten ein rotes Zepter haltend, links geteilt, oben in Rot auf grünem Hügel ein natürlicher Kranich, in der erhobenen rechten Klaue einen Stein haltend, unten in Schwarz ein linker goldener Adlerflügel; auf dem Helm mit rechts schwarz- goldenen, links rot-silbernen Decken ein offener, rechts schwarzer, links goldener Flug.
Wappen (1735, 1913): Gespalten, rechts geteilt, oben in Silber einwärts-gekehrt ein roter Adlerflügel, unten in Rot auf grünem Dreiberg einwärts-gekehrt ein silberner Kranich mit blauem Schnabel, in der erhobenen rechten Klaue einen silbernen Stein haltend, links in Gold auf einem roten Stuhl sitzend ein schwarz-gekleideter Prätor (Richter), in der Rechten ein goldenes Adlerzepter vor sich haltend; 2 Helme, auf dem rechten mit rot-silbernen Decken ein offener, rechts roter, links schwarzer Flug, auf dem linken mit schwarz- goldenen Decken der Kranich auf dem Dreiberg; Schildhalter (1913): 2 natürliche Löwen.
Wappen (1741, 1846): Wie 1735; Schildhalter (1742): 2 goldene Löwen.
Literaturhinweise s. GHdA, Adelslexikon, Bd XI (2000).
Letztaufnahme der Genealogie: GHdA, Frhrl. Häuser, Bd XIX (1996).